Eggendorf, Banntaiding (1532)

Pantäding auf Egkhendorf.


Vermerkt die panntading zu Egkhendorff und alle gerechtigkait und march daselbst und wie das von alter herkumen ist, so wir Gregor von gots genaden bischoff in der Newstat und thumbrobst zu Brixn, romischer, hungrischer und behamischer kuniclicher majestat und erzherzogen zu Osterreich etc. rat aus ainem alten pantadingbuech von artikl zu articl inhalt desselben verneut haben. beschehen am sontag des dreiundzwainzigisten tag des monats junii, als man zelt nach Cristi gebuert tausent funfhundert und im zwaiunddreissigistem jare.

Die erst sprach.


Von erst heben sich die march und hotter des dorfs Egkhendorf an an der landstraß so man fert geen Pruckh abwertz und aufwertz zu der Newstat, und der weeg daselben sol so weit sein das zwen wagen leichtlich fur einander faren mugen; darnach von dem gemelten weeg piß an den hotter so da ligt mitten auf dem Stainfelt zwischen hie und Salhenaw, und von dem hotter piß zu dem marchstain so ligen auf dem gemerk so man zeucht geen Egenfuert, und darnach von dem marchstain biß auf an di Leytta.

Der weeg daselbst da die marchstain ligen, der sol so weit sein das 2 phlueg leicht fur einander geen mugen.

Von dem marchstain in der viechtrift zu Taignitz mugen und sollen di von Eckhendorf ir viech wässer piß zum ursprung und widerumb herauß, aber nicht darinn halten oder waiden.

Vermerkt die viechwait: mit dem clain viech piß an dem hotter so da ligt mitten auf dem Stainfelt zwischen hie und Salhenaw, und von dem hotter mit dem grossen viech hinein zu wässern piß an die prucken geen Salhenaw. und wann ain ungestiembs wetter auskumbt, so sollen di von Salhenaw das frembt viech in ire heuser lassen und ir viech herauß thain, dann dasselbig kumbt von den heusern nit. und wann das gewitter vergangen ist, so sollen si dem hörter das viech widerumben helfen auf das velt zu bringen, wie es dann in der von Salhenaw alten pantadingbuech auch geschriben ist. und herentgegen sol es auch also gehalten werden von denen von Egkhendorf gegen denen von Salhenaw.

Ob ain dieb hie begriffen wüert, es sol das guet meins herrn sein, und sol alsdann der richter meinem herrn den dieb anzaigen und in gefanknuß halten piß auf meins herrn oder seines anwalts weiter beschaits.

Herkunft / Fundort
Eggendorf | BH: Wiener Neustadt | Bundesland: Niederösterreich |
nähere Angaben
exaktes Datum: 1532 Juni 23 | Entstehung: 1532 |
Literaturhinweise
Gustav Winter (Hg.), Niederösterreichische Weistümer. Teil 1: Das Viertel unter dem Wiener Walde (Österreichische Weistümer 7). Wien-Leipzig 1886, S. 107-108, Nr. 23 (Edition).

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