Hassbach, Banntaiding der Herrschaft Hassbach und in der Kirchau (1566)

Vermerkt das panteding so zu der herrschaft Häspach auch in die Kirchau zuegehörig, so von alter ist herkumen und järlichen am montag in phingstfeiertagen vermeldt wierdt wie hernach geschriben steet.

Von erst: welicher in die obbestimbt herrschaftn gehört und nicht zu dem pantading kumbt ân redlich ursachn, ist zu wandl 72 dn.

Ob ainer dieweil das pandäting besetzt ist redet ân erlaubnus, der ist zu wandln 72 dn.

Ob ain zwelfer für den dritten redt, ist zu wandln umb 12 dn.

Zu Häspach ist gefürste freiung so ver man mit ain wagarmst schiessen mag von dem gschlos. und wer auf dieselb freiung fleucht, hat freiung 14 tag und soll dem richter 2 dn geben. wer lenger auf der freiung sein wolt, so solle er abermals dem richter 2 dn geben, so hat er mer 14 tag freiung, und als lang er auf der freiung beleiben will soll er alwegen über 14 tag dem richter 2 dn geben, so hat er alwegen die freihait. wo er aber auf der freiung nicht lenger wil bleiben, so soll man im mit fünf mannen blaiten fünf schritt hindan von der freiung; das soll thain wem die herrschaft darzue verschafft.

Ob der dem die freiung noth thet, in iemant eilet und er solich vor bestimbt freiheit so nachet erlangt das er ein phant in die freiheit wirft das 3 dn wert ist, hat er die freiheit wie oben bestimbt ist.

Wo landrichter oder ander ainer oder mer in solich freiheit eingriff täthen, als oft ainer zu roß ist der herrschaft verfallen 32 pfund dn oder die recht hand. kain muetwilliger mörder, kein wißentlicher diep, kein offenbarer kirchprüchl, auch kein offenbarer straßenrauber oder prenner hat nicht freiung, es soll im auch solich freiheit nit verlichen werden.

So ain schedlicher man auf die grünt so geen Häspach gehörn kumbt und in etwer nachkumbt und begert den anzunemen, soll derselbig vergwißen was es gestet zu bezalen, so soll ain ieder auf sein und den annemen oder helfen anzunemen, und so er behandfest ist der herligkeit antworten zu den stain, und so soll man in behalten an dritten tag. ist er gefangen worden in den landgericht zu Aspang oder Neunkirchen, so soll man demselbigen richter bei ainen gewissen poten zu wissen thuen das der köm. ist es in dem gericht zu Aspang, so soll man den schedlichen man antwurten
über das pächl bei dem hauß da ieczt ein schmidt darauf wont und 72 dn zu im und soll dem richter dreimall rüefen. kumbt er nicht, so soll man ennhalb des pächlen ain stegken schlachen und den schedlichen man mit aim rughalbm anpinten. kumbt er darvon, ist der richter der herrschaft verfallen 32 pfund dn und wem er furbaß schaden thuet sein schaden genuegsam abzutragen. wirdt er gefangen in dem lantgericht zu Neunkhirchen, soll man den schedlichen man antwurten bei der müll zu Häspach über das pächl und auch dem richter zu wissen thuen und der massen halten wie dem gericht zu Aspang, als oben bemelt ist.

Item, wo ain schedlicher man iemant in der herrschaft [so] zu Häspach gehört schaden thuet und begriffen wierdt, soll mans damit halten gegen den landrichter wie vor bemelt ist. und wo der nit ân sein grossen schaden sovil hiet dem der schadt beschehen ist zu geben, damit der übeltäter mit recht uberwunden wirt, so soll ain ieder so zu Häspach gehört von seim hof 4 dn geben und ain ieder von ain erb 2 dn, und die zu dem Grimenstain gehörnt auch der massen, wo sich solicher handl begibt.

Item, wo ainer auf dem freithof zu Häspach oder Khirchau fluch, sol der darinen freiung haben wie uberall recht und gewondlich ist in kirchen und freidhöfen. wo aber ainer herauß wurf schuß stäch oder schlieg oder ainer hinein dardurch die kirchen oder freithof entert wurden, ist er der kirchen zu widerlegung der weich schuldig 32 pfund dn. wo er die 32 pfund dn nit zu geben hiet, soll man ime abschlachen die recht hant und den rechten fueß und soll in fur den freithof auf dem pauch legen und also püessen lassen.

Item, schlecht ainer ain mit ainen spieß mit dem eisen, ist er verfallen 72 dn.

Item, schlecht ainer aber ain mit ainen stab, stegken oder scheit, ist 5 pfund dn.

Item, schlecht ainer ain mit ainen messer oder schwert, ist 72 dn.

Item, schlecht ainer ain mit ainen dilicz oder degen, ist 24 dn.

Item, scheusst ainer ain mit ainen armbst, ist, er treff oder er treff nit, 5 pfund dn.

Item, wer ain mit ain stain wirft, er treff oder nit, ist 5 pfund dn.

Item, zuckt aber ainer ain stain auf und wirft nit und legt in wider auf sein alte statt da er vor gelegen ist mit weisung, so ist er nichts schuldig.

Item, wer ain mit ainer hagken wirft, er treff oder nit, ist 5 pfund dn.

Item, wan ainer ain mit der faust schlecht, ist 5 pfund dn, halt er aber den daum in der hant, 72 dn.

Item, wan ainer ains viech an seinen schaden vint, soll er in sein hauß treiben und den zu wissen thuen und den schaden besichtigen lassen, ist er schuldig sein schaden abzutragen. wo er aber im sein schaden bezallt, ist 6 ß 2 dn, und wo er sich des phentners wert, ist auch so vil verfallen 6 ß 2 dn.

Item, wer ainem an seinen venster zuelüsent, soll er in fragen was er da thue. gibt er in nicht bescheiden antwort, sticht er hinauß durch ain venster oder kluft herauß zu todt, soll er in drei schriet von den dachtropfen ziechen, soll das waffen und die drei phening auf in legen, ist niemant nicht darumb schuldig.

Item, welcher ainem sein venster einstösst oder schlecht, ist 6 ß 2 dn.

Item, ieder soll dem richter an statt seines herrn zu ieden diensttag den dienst dem richter im sein hauß tragen. welcher 14 tag verzeucht darnach, ist 72 dn. als oft er 14 tag verzeucht als oft ist er zu wandl 72 dn.

Item, wer ainen fruchtparn paum abhagkt, ist umb 5 pfund dn und als ain gueten paum an die statt seczen.

Item, wer ainen zu unpillicher zeit über sein wisen oder äcker vert oder mit wissen gras, hei oder anders abeczt, ist 6 ß 2 dn.

Item, welche frau unzimblich wort ausgibt, die frauen oder man unzimblich schildt oder schendt, die sol den pachstain tragen zu Häspach wie von alter herkomen.

Item, als oft ainer stegken oder ring abhagkt an ainem zaun, ist fur ain stegkn 72 dn.

Item, zu Khirchperg in dem hauß da ieczundt Hanns Länndl auf siczt ist ein furstliche freiung, wer darin fravel beget oder fravenlich darein greift ist zu wandl verfallen 32 pfund dn. und das hauß soll all feirtag offen gehalten werden wan sich sant Wolfgang meß anhebt unz zu untergang der sun desselben tag. und wo das hauß durch den wirt an solichen tägn verspert wurt, und wo ain soliche freihait not thuen wurde und durch soliche versperung schaden näm, ist der wiert dem schuldig sein schaden abzelegen. es soll auch die herrschaft nit gestatten das hauß zu verseczen lassen, dardurch solich freihait der nicht geniessen möcht dem es not thuen wurt.

Item, das vischwasser von den Khechprun hinab hinz in die Pütten gehört zu der herrschaft Häspach. wer darauf begrieffen wiert bei dem tag, ist zu wandl 5 pfund dn, bei der nacht aber als ain diep, und wer das vischwasser verschlueg das die visch nicht von der Pütten herein möchten, ist zu wandl 5 pfund dn.

Item, welicher das federspill verderbt, vecht oder zerstört, ist in des herrn straff.

Item, wer in den wälden so zu der herrschaft gehört holz ân urlaub abschlecht, als oft ain stam zu wandl 5 pfund dn.

Welicher zu der herrschaft gehört und zu notturft aines wagen ain holz ain mall abschlecht das er über die achsel tragen mag, ist darumb nichts schuldig.

Item, welcher zu der herrschaft gehört und nit aigen holz hat, dem soll man geben zu ein gaden holz, das mag er verkaufen und das gelt solt er anlegen zum ein keller auf sein erb.

Item, dem vogtholden ist zu geben wipfl und dürre wintfell zu widholz, darumb dient ieder 2 hennen.

- Item, wer ain rainstain wegtregt oder vertilgt oder ain marchpaum abhagt, ist zu wandl 5 pfund dn. welicher aber die 5 pfund dn nit gibt oder zu geben hat, dem soll man ein grueben graben und mit dem haubt hin inseczen unzt an die gürtl und die grueben zuziechen.

Item, es soll ieder sein weeg vor sein gründen machen. welicher das nit thuet, ist zu wandl 6 ß 2 dn und wer schaden davon nimbt sein schaden zu bezallen.

Item, wer ain gras oder hei aus seinem garten oder wisn tregt oder fuert ân wissen, ist zu wandl 6 ß 2 dn und dem sein schaden zu bezallen.

Item, wes der zehet in der herrschaft Haspach ist und sein zeheter bezig im [das er] den zehet nit recht geben het, so soll der zeheter sein wagn mit sambt dem viech in des paurn stadl stellen und vier unverdächtlich erber man sollen den zehet zellen. wirt der paur ungerecht, soll der zehenter dem paurn den zehent geben und das ander getrait soll er nemen. wirdt der zehenter aber ungerecht, so soll der paur viech und wagen behalten und den zehent niderlegen, er thue im wie er wöll.

Item, der zehet der zu Khranichperg gehört in der herschaft Haispach, den soll man drei tag ligen lassen auf dem velt. kumbt man nicht nach dem zehet in 3 tagen, soll man ain gwissen poten geen Khranichperg schigken das man in nem. nimbt man in nit, mag der paur sein viech auf die agker treiben.

Item, ob ainer vor offem taiding uber ain klagt und hat ims vor nicht 3 tag wissen lassen das er uber in chlagen will, ist zu wandl 72 dn. veracht er aber das verpot, ist zu wandl 6 ß 2 dn.

Item, der wildpan auf allen grünten und guetern so zu der herschaft Haispach diensthaft, ist aller zu der herschaft Haispach. wer ân wissen und willen des herrn darauf jagt, es sei wenig oder vill, ist in des herrn straff.

Item, wer vor sant Jorgen tag sein panzein nit macht, geschiecht iemant schaden dardurch, ist dem den schaden schuldig zu bezallen und ist zu wandl albegen uber 14 tag 12 dn.

Item, wer ain leütgeben ain kandl, pecher oder ander drinkassach zupricht, ist zu wandl 6 ß 2 dn und dem leutgeben sein schadeen zu bezallen.

Item, wer verpeut und geet dem verpot nit nach, ist zu wandl 6 ß 2 dn und albegen uber 14 tag auch sovil.

Item, ob ainer dem andern schaden mit seinem viech oder saun [thet] das si im die wisen oder gärten umbwüelet, wie oft ern begreift ist albegen uber 14 tag von ainer sau 12 dn.

Item, ob zwen mit ainander zu zeün oder zu friden hetten und der ain wolt nicht zu rechter zeit mit dem andern sein frid machen, ist das wandl fur den fravel 6 ß 2 dn.

Item, in Haspacher pharr gehörnt die zwei tail zehet zu der herschaft Haispach und der drit theil gehört dem pharrer daselbs zue.

Item, in Khirchauer pharr gehört die zwei tail zehät zu der herschaft Häspach und der drit thail gehört dem pharrer daselbs zue.

Item, in baiden pharrn gehörnt die zwei tail zehet von küen, lempern und hienern zu der herschaft Haispach und der drit theil dem pharrer daselbs.

Item, die von Haispach haben ein freie halt von Haispach in die Khirchau auf und ab.

Herrschaft
Hassbach
Standort
Steyersberg | BH: Neunkirchen | Bundesland: Niederösterreich | Eigentümer: Familienarchiv Wurmbrand |
Herkunft / Fundort
Hassbach | BH: Neunkirchen | Bundesland: Niederösterreich |
nähere Angaben
Entstehung: 1566 |
Literaturhinweise
Gustav Winter (Hg.), Niederösterreichische Weistümer. Teil 1: Das Viertel unter dem Wiener Walde (Österreichische Weistümer 7). Wien-Leipzig 1886, S. 60-64, Nr. 12 (Edition).

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